Oper Bonn setzte auf die richtigen Pferde und geht in die Verlängerung

"Hair" und "Les Misérables" stehen auch in der neuen Saison in Bonn auf dem Spielplan - die beiden Inszenierungen bescherten der Oper stets volle Häuser

Die Bonner Oper hat ihr neues Programm für die Spielzeit 2001/2002 vorgelegt. Wie nicht anders zu erwarten, stehen die Erfolgsmusicals "Hair" und "Les Misérables" auch nach der Sommerpause wieder auf dem Spielplan. Diese beiden Inszenierungen haben dem Theater der ehemaligen Bundeshauptstadt in der laufenden Saison ausnahmslos ausverkaufte Häuser beschert. Die Verantwortlichen müssten ja auch mit dem Klammerbeutel gepudert sein, würden sie mitten in einem so erfolgreichen Rennen die Pferde wechseln. Tun sie auch nicht.

Die "Elenden" stürzten sich in der Verlängerung zunächst elf weitere Male in die Barrikadenkämpfe von Paris. Premieren-Vorstellung für die Wiederaufnahme ist am Freitag, dem 21. September. Weitere Vorstellungen sind am 27. September, 6. und 20. Oktober, am 3. und 24. November sowie am 7., 18., 20., 26. und 31. Dezember. Die Besetzung bleibt die Gleiche. "Alt"-Meister Hardy Rudolz brilliert weiterhin als Jean Valjean, Jesse Webb mimt seinen fanatischen Gegenspieler, den Law & Order-Inspektor Javert. Fantine: Susanne Panzner. Cosette: Leah delos Santos. Marius: Axel Mendrock. Enjorlas: Jens Janke. Madame Thénadier: Heike Schmitz. Monsieur Thénadier: Tom Zahner. Éponine: Vera Bolten.

Auch die langhaarigen Flower-Power-Kids der 60-er Jahre binden sich erneut die Blumengirlanden in die Mähnen. "Hair" ist seit der Off-Broadway-Premiere am 29. April ein Dauerbrenner auf den Weltbühnen und wurde seit der Uraufführung in 23 Ländern rund um den Globus zur Aufführung gebracht. Es war das erste Musical, an das sich die Bonner im Herbst vergangenen Jahres heranwagten. Die enorme, überschäumenden Publikumsresonanz mag auch schließlich Alain Boublils und Claude-Michel Schönbergs Victor Hugo-Sujet "Les Misérables" den Weg an den Rhein geebnet haben. Mit diese beiden Erfolgs-Inszenierung ist das Genre Musical hier endgültig salonfähig geworden.

"Let the Sunshine in" heisst es ja nun ab 14. September auch im Musical-Theater in Bremen. Der Wien-Import des unsterblichen Klassikers aus der Feder von Gerome Ragni und James Rado bezieht im Grünenweg der Hansestadt die dann verwaisten Praxis-Räume des Dr. Henry Jekyll, der im Gegenzug in der Österreichischen Metropole am Wuderelexier "JH 7" nuckelt. Wien und Bremen sind ja inzwischen Garanten für absolut ausgereifte künstlerische und technische Perfektion. Trotzdem: Bonn braucht die übermächtige Konkurrenz, die ja eigentlich auch keine ist und sein will, nicht zu fürchten. Wie ideenreich und charmant hier ein John Dew ein Epos wie "Les Misérables umgesetzt hat, und das mit relativ begrenzten Mitteln, war schon erstaunlich und sorgte für viel wohlwollend-begeistertes Aufsehen. "Hair" ist ebenfalls hausgemacht, aber alles andere als "hausbacken". Pavel Mikulástik (Inszenierung und Choreografie), der Leiter des Choreographischen Theaters Bonn, zieht alle Register und mixt mit einem höchst ambitionierten Ensemble einen fesselnden, aufregende und aktionsreichen Musical-Cocktail.

Premiere für die Wiederaufnahme von "Hair" ist am Donnerstag, dem 13. Dezember. Weitere Shows sind am 14. Dezember, am 26. Januar, am 16., 17., 23., 24. und 28. Februar sowie am 1. März 2002. Weitere Infos über den neuen Spielplan der Bonner Oper gibt es auch im Internet unter (www.theater.bonn.de).

Tickets für die Vorstellungen von "Les Misérables" und "Hair" können unter (0228) 778008 gebucht werden.

(Jürgen Heimann, 11.06.2001)