Annie

Musik: Charles Strouse
Songtexte: Martin Charnin
Buch: Thomas Meehan (nach dem Comic "Little Orphan Annie" von Harold Gray)
Premiere: 21.04.1977 (Alvin Theatre New York)
Deutscher Titel: Annie / Nenn mich Daddy
Deutschsprachige Erstaufführung: 20.12.1980 (Landestheater Detmold)
Deutsche Erstaufführung: 20.12.1980 (Landestheater Detmold)

Im Musical ANNIE geht es um ein kleines, elfjähriges Waisenmädchen, das seit seinem 3. Lebensmonat in einem Waisenhaus in New York lebt. Ihre Eltern haben Annie aus Verzweiflung im städtischen Waisenhaus abgegeben mit nicht als einem Zettel (mit Namen und Geburtsdatum ihrer Tochter) und der Hälfte eines Silbermedaillons. Anhand dieses Medaillons können Annies Eltern ihre Tochter wiedererkennen, wenn sie zurück kommen, um sie zu holen!

New York 1933
Leider geht dieser Wunsch der Eltern nicht in Erfüllung und so beginnt das Musical mit einem elfjährigen Mädchen, das immer noch auf der verzweifelten Suche nach ihren Eltern ist, und einfach nicht glauben kann, dass ihre Eltern tot sein sollen!
Die strenge und gebieterische Heimleiterin Miss Hannigan lässt die kleinen Kinder pausenlos das Heim putzen, Betten abziehen etc. bis eines Tagen Annie auf die Idee kommt, mit Hilfe eines Wäschekorbes, der einmal in der Woche abgeholt wird, zu fliehen. Ihr Plan geht auf, und Annie gelangt in die Freiheit, die allerdings nicht von großer Dauer ist. Annie wird wieder ins Kinderheim zurück gebracht. Doch gerade, als Miss Hannigan sie bestrafen möchte, erscheint die Sekretärin des „Milliardär und Wallstreet Magnaten“ Oliver Warbucks, der sich entschieden hat, eines der Waisenkinder über Weihnachten zu sich nach Hause einzuladen. Die Wahl fällt auf Annie!

Für Annie beginnt ein neues Leben, als sie das Haus von Warbucks betritt. So ein riesen Haus, mit so vielen Angestellten, hatte sie noch nie gesehen. Und dass sie nicht mehr putzen muss, kann sie kaum glauben.
Auch Warbucks beginnt sich langsam an Annie zu gewöhnen. Er nimmt sie mit zur Börse und sogar President Roosvelt, der sofort ganz begeistert von dem kleinen Mädchen ist.

Als Warbucks mitbekommt, wie sehr sich Annie nach ihren Eltern sehnt, beschließt er, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. In der Radiosendung „Die Unident Stunde des Lächelns“ verspricht er denjenigen, die beweisen können, dass sie Annies Eltern sind einen Scheck über 50 000 Dollar.

Tags darauf wird Warbucks Haus von Paaren umlagert, die alle meinten, sie wären Annies Eltern. Aber keiner wusste von dem Medaillon.
Währenddessen ist Warbucks mit Annie zu President Roosvelt ins Kabinett geflogen, der sich über die fatale Lage in Amerika beklagt: Wirtschaftskriesen, Börsenkrach und dazu noch beunruhigende Depeschen aus Deutschland, es könnte fast nicht mehr schlimmer werden. Doch Annie scheint die Einzige zu sein, die sich nicht entmutigen lässt und stimmt ein Liedchen an, in dem es heißt: „verlier nicht den Mut an Morgen“. Roosvelt und die Senatoren sind so begeistert davon, dass sie plötzlich alles nicht mehr so negativ sehen.

Im Waisenhaus hat sich zwischenzeitlich folgendes ereignet: Grace, Warbucks Sekretärin, ist zu Miss Hannigan gegangen, um ihr mitzuteilen, dass Warbucks Annie adoptieren möchte. Kaum ist Grace gegangen, erscheint ein schüchternes Ehepaar an der Tür, dass sich als Annies Eltern vorstellt.
Kurz darauf entpuppen sie sich aber als Miss Hannigans kurz zuvor aus dem Gefängnis freigekommenen Bruder und dessen Freundin. Gemeinsam schmieden die drei den Plan, dass sich Rooster und Lilly, besagtes Ehepaar, als Annies Eltern ausgeben. Die andere Hälfte des Medaillons befindet sich in Miss Hannigans Besitz und Geburtsurkunden sind leicht zu fälschen!

Verkleidet erscheinen die Beiden nun vor Warbucks Haus um ihre Tochter abzuholen. Nachdem die Beiden allem Anschein nach nichts von dem ausgesetzten Geld wissen, wird vereinbart, dass sie Annie am nächsten Tag mitsamt dem versprochenen Geld abholen können.
Grace hingegen glaubt, als die Beiden wieder weg sind, den Mann schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Sie weiß leider nicht mehr, wo.
Warbucks, der Annie so lieb gewonnen hat, dass er sie unter gar keinen Umständen mehr her geben möchte, mobilisiert in der Nach das FBI und pünktlich am nächsten Morgen stellt sich herraus, dass dieses „nette“ Ehepaar, als gesuchte Gauner herausstellen.
Warbucks, glücklich wegen dieses Ergebnisses, teilt Annie die freudige Botschaft mit. Der Weihnachtsabend kann also in aller Ruhe kommen und mit ihm Miss Hannigan und die Waisenkinder. Als Rooster und Lilly am nächsten Morgen „ihr“ Kind abholen möchten, werden sie entlarvt und der Polizei übergeben. Selbiges geschieht auch Miss Hannigan, die zunächst abstreitet, die Leute zu kennen, es später aber zugibt, deren Komplizin zu sein.

Das Weihnachtsfest kann in Ruhe gefeiert werden und als besondere Überraschung gibt Mr. Warbucks die Adoption von Annie bekannt!

(Friederike Blome, MrMusical.de, 11.08.2001)