Jetzt laden die Vampire zum Tanz

Der Graf ist nach Berlin umgezogen

Des Nachts im Theater des Westens in Berlin kann es gefährlich sein - dort treiben nun Vampire ihr Unwesen.

Zur Story: Zwei Forscher (Alfred und Professor Abronsius) reisen auf den Spuren von Vampiren nach Transsilvanien. Das merkwürdige Verhalten der Bewohner und Gäste eines Wirtshauses zeigt ihnen, dass sie auf der richtigen Spur sind. In eben diesem Wirtshaus lebt Sarah - die schöne, naive Tochter des Wirts. Auf diese hat alsbald Alfred sein Auge geworfen, damit ist er jedoch nicht alleine. Auch Vampirgraf von Krolock ist von ihr angetan, und lädt sie auf sein Schloss ein. Alfred und Abronsius wollen sie retten, ob dies gelingt, kann man in Berlin erfahren.

Ein Besuch dieses witzigen Grusicals ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen, auch wenn viele vielleicht besonders skeptisch gegenüber der Besetzung des Alfred sind - Alexander Klaws, der Gewinner von "Deutschland sucht den Superstar 2003". "Angst" kann man jedoch höchstens vor den Vampiren haben - seine Rolle erfüllt er voll und ganz, ein leicht naiver junger Mann, der voll von Gefühlen für Sarah ist. Schauspielerisch kann man keinen Unterschied gegenüber den anderen Darstellern entdecken, gesanglich entdeckt man hier und da ein paar Unsauberkeiten, dennoch wirkt er insgesamt überraschend gut.

Gut ich auch Sarah - gespielt von Lucy Scherer. Überzeugender kann sie die naive Sarah, die endlich auch ihrem Leben ausbrechen will, nicht darstellen. Ihre sanfte Stimme passt sich gut in den Gesamteindruck ein - sie ist so passend, dass sie manchmal ein wenig unscheinbar wirkt.

Graf von Krolock besetzt durch Thomas Borchert ist umwerfend. Darstellerisch passt Borchert bestens in seine Rolle, sehr von sich überzeugt, stark und seiner selbst sicher. Auch die gefühlvollen Parts in seiner Rolle werden überzeugend dem Publikum nahegebracht.

Publikumsliebling am Abend der Presse-Premiere war eindeutig Veit Schäfermeier in der Rolle des Professor Abronsius. Ein leicht vertrottelt wirkender Professor, jedoch nicht so absurd, dass er immer noch realistisch wirkt. Besondere Begeisterungsstürme rief dabei das Lied "Wahrheit" hervor.

Auch das weitere Ensemble hat Lob verdient. Gerade die Tanzszenen sind einmalig anzusehen, sehr synchron. Das Bühnenbild ist ganz der Größe des Theater des Westens angepasst, es wirkt weder zu üppig noch geht es auf der Bühne verloren. Insgesamt sehr positiv fällt auf, dass Tanz der Vampire viel Witz hat - jedoch nicht zu übertrieben. Das Publikum schmunzelt, lacht auch teilweise, man muss nicht aufgrund irgendwelcher platter Witze den Kopf schütteln und sich fragen, wo man gelandet ist.

Zu einem Ball der Vampire wird man nicht jeden Tag eingeladen, man sollte die Einladung zu einem unvergesslichen Abend auf jeden Fall annehmen!

(Monika Nauroth, MrMusical, 18.12.2006)